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Reiseklänge


NOCH EINMAL LONDON UND ZURÜCK.

W. A. Schratter

 

Wenn in diesen Herbsttagen des Jahres 2018 Entscheidungen über das Wohlergehen von den nächsten Generationen von Briten gefällt werden, ist die öffentliche Aufmerksamkeit wohl mit anderen, alltäglicheren Dingen beschäftigt. Auch wenn im guten alten Britannien vieles durch die populistische Meinung eine merkliche Schräglage erlitten hat.

Noch einmal LONDON und zurück.  Wenn dieser Tage Entscheidungen über das Wohlergehen von den nächsten Generationen von Briten gefällt werden, ist die öffentliche Aufmerksamkeit wohl mit anderen, alltäglicheren Dingen beschäftigt.
Foto: Art Dept.| Loevens ©

Dessen ungeachtet habe ich mich auf eine Reise nach London begeben. Im vollen Bewusstsein, dass meine Reisekasse stöhnen und meine Kreditkarte sich winden wird. Aber ich wollte es wissen, ich wollte es erfahren, wie die Stimmung in der großen Kapitale der großen britischen Nation auf mich wirkt und was der Geschäftsreisende davon halten soll.

 

Bei meiner Einreise, gab es das seit Jahren gewohnte Bild – EU-Reisepässe vs. UK Reisepässe, die einen Links  die anderen rechts. Also brav in die EU Reisepässe-Wartelinie eingereiht und auf die Abfertigung warten. Was war anders? Haben die Briten jemals zur Union gehört? Was fühlte ich? Nun es wurde nach dem Ausreisedatum gefragt, warum ich einreise und der Zweck meiner Reise, also eher im USA Stil, aber gut, damit war das Prozedere  auch schon erledigt. Am Nebenschalter musste eine Dame mit EU Pass, nebst Geld und Kreditkarten auch Rückflugticket und Aufenthaltsort im gelobten Vereinigten Königreich belegen und vorweisen.

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Foto: Art Dept. Loevens ©

Man verspürte eine gewisse Angst der Beamten, es könnte sich doch noch einer vor dem Brexit hier niederlassen wollen... oder täuschte ich mich?  Hinter mir in der Warteschlange ein deutsches Paar, das – wie ich aus dem Gespräch entnahm - im UK lebt und in den Westen des Landes weiterreisen wird, auch hier eine gewisse Frequenz der Abneigung und Widerwärtigkeit von Seiten der britischen Grenzpolizei.

 

Schließlich in der berühmten „Tube“. Die „London Underground“ ist das älteste und längste U-Bahn-Netz der Welt. Der erste Streckenabschnitt wurde am 10. Januar 1863 als unterirdische, mit Dampflokomotiven befahrene Eisenbahn eröffnet. Der offizielle Name der U-Bahn lautet zwar London Underground, sie wird aber auch Tube (engl. Röhre, Rohr) genannt. Brexit – das Gesprächsthema – in einer Gruppe von Investment-Bankern, die heftig ihre Meinungen über „boring“ also das langweilige Frankfurt, oder „amazing“ – also das großartige Paris austauschten. Offensichtlich standen Übersiedelungen nach diesen Standorten wohl im Raum.

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Foto: Art Dept. Loevens ©

Der Aufenthalt mit den üblichen „Musts“: mein obligater Besuch bei „Harrods“, in „Knightsbridge“, Restaurants in Earls Court, die ich schon seit Jahren kenne und in einer Ausstellung über Produktdesign, waren in meiner Reiseagenda positive Höhepunkte.  In den Restaurants und Hotels war das Thema Brexit – zumindest meiner Wahrnehmung nach, nicht über Gebühr, thematisiert worden. 

Wenn gleich ich mir mehrmals dachte, als mich eine Greta, Ivana oder Milena bediente, ob diese nächstes Jahr wohl auch noch zur Wertschöpfungskette der britischen Wirtschaft beitragen werden?

 

Was ist mit den europäischen Fachkräften die gegenwärtig die britische Konjunktur stützen? Ein nachbilden der heimischen Fachkräfte dauert mindestens eine Generation, und auch nur dann, wenn die Ausbildungsniveaus dramatisch verbessert werden.

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Foto: Art Dept. Loevens ©

Wie immer, war meine Reise viel zu kurz, um das höchst angenehme milde Herbstwetter in den vielen und exzellenten Londoner Parks ausgiebig zu genießen. Wieder in Heathrow angekommen und schon fast beim Boarding, hielt ich nochmals nachdenklich inne, meditierte über das erlebte und wie Populismus, Unwissenheit, gepaart mit über die Jahrzehnte erfolgte negative Berichterstattung und Mythen über die Europäische Union, angereichert mit zahllosen britischen politischen Fehlern und Fehlentscheidungen, zu einem Niedergang-Menü einer einst so stolzen Nation führt.

 

Niemand kann die Auswirkungen in vollem Umfang vorhersehen oder mit absoluter Sicherheit berechnen, eines wurde mir aber bei diesem Herbst-Trip nach London klar: „Good bye Old Britain“ Es wird nicht mehr so wie es war, wohin auch immer die Reise gehen mag. Text / Red.

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Foto: Kid Circus / Unsplash


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DER KLANG PARAGUAYS
von Gastautor Dr. Luis Felipe Nuño

An diesem Morgen war die Sonne schon sehr früh gestiegen und nach dem Empfang der ersten Sonnenstrahlen, genoss ich das Morgenlicht am Himmel, ich fühlte in mir eine große Aufregung, es stand meine die erste Reise ins Innere von Paraguay bevor. 

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Fotos: JimdoGmbH

Von meinem offenen Fenster in meinem Hotel in der Innenstadt von Asuncion hörte ich schon die ersten intensiven Vögelgesänge, die wahrscheinlich in der großen Anzahl von Bäumen die Nacht verbracht hatten.

Ich ging sofort zum Busbahnhof, um nicht die Gelegenheit oder auch nur einen einzigen Moment zu verlieren und kaufte mir ein Ticket, um mich so schnell wie möglich nach "Ciudad del Este" zu bewegen und die atemberaubenden "Iguazu Wasserfälle" zu genießen. Die Bilder von dem unvergesslichen Film "The Mission", der viele berührte und das Herz mit den musikalischen Noten von Gabriels Oboe, zusammengesetzt von Enio Morricone, erschütterte die Fasern der Empfindlichkeit meines Seins, in der Reflexion über die Härte und Ungerechtigkeit während der Eroberung Amerikas.

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Foto: Art Dept. | Loevens OG ©

Ich bestieg den ersten Bus, der auf dieser Strecke fahren sollte und bemerkte, dass der Bus zum Glück zwei Ebenen hatte, und so bat ich um einen Sitzplatz in der oberen, um die Landschaft, Dörfer und Menschen besser beobachten zu können.Als der Bus sich auf die Reise begab, nahmen die vielen leeren Sitze meine Aufmerksamkeit in Anspruch. Da ich wohl keinen Mitfahrer hatte, setzte ich meinen Rucksack neben mich, nahm eine Flasche Wasser und ein Buch über die Geschichte des Paraguayischen Krieges heraus, das ich gekauft hatte. Nach einigen Minuten bemerkte ich, dass der Bus die Hauptstadt hinter sich ließ und in eine ländlichere Landschaft eindrang, weiterfuhr und plötzlich im ersten Dorf hielt, wo eine große Anzahl von Passagieren an Bord kletterte und alle leeren Sitze plötzlich von Fahrgästen besetzt waren.

 

So begann die Reise, als zu meiner Überraschung die Landschaft plötzlich eine drastische Veränderung erfuhr, riesigen Bäume die in einigen intensiven Schattierungen in lila und gelb, die "Lapachos", die mich auf den Weg ins Herz von Paraguay begrüßten. Die Erde war intensiv rot, im Gegensatz zu der üppigen grünen Vegetation und sehr kleinen gut gestalteten Dörfern mit perfekt sauber und ordentlich roten Erdstraßen mit ihren bescheidenen Häusern aber "europäisch" ordentlich anmutenden Siedlungen entlang der Landstrasse angeordnet und mit bunten Blumen beladen, die eine Atmosphäre der absoluten Harmonie schafften.

 

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Ich konnte die natürliche Schönheit der Orte, die ich sah, nicht glauben, als plötzlich mein junger neuer Sitzkamerad eine Thermoskanne herauszog und eine Art "Materagetränk" ein Tee ähnliches Gebräu aus Kräutern und Gewürzen, etwas, das er sichtlich genoß und ihn auffrischte. Als ich den Mut aufbrachte, ihn schelmisch zu fragen, was er trinke, dehnten sich seine blauen Augen sofort überrascht und in einem subtilen Ton an: "Was kennst du Tereré nicht? Wenn du es erlaubst, lade ich dich ein es zu versuchen!" Mit dieser Geste der Großzügigkeit erklärte er mir im Detail nicht nur den Herstellungsprozess von Tereré, sondern auch die fast magischen Vorteile dieses Gebräu und die Bedeutung des täglichen fast so wichtigen Trinkens wie Wasser, da dies eine weitverbreitete Tradition in Paraguay war.

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Foto: Spouse of Leonard G. / Wikipedia
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Die Fahrt ging weiter, als wäre es eine Reise durch ein künstlerisches Gemälde, das von üppigen Dschungellandschaften mit Asymmetrien von einfachen, einladenden Menschen erhellt wurde, deren Augen auf den Klang des Akzents eines Fremden aufstrahlten, der mit ihnen in diesem geheimen Paradies reiste. Die Stunden verstrichen und fast alle Fahrgäste schienen sich in jedem Dorf zu verändern, gleich wie die Waren die mit ihnen zustiegen und mit ihren temperamentvollen Vorträgen in der guaranischen Sprache mischten. Ich hatte schon bemerkt, daß in manchen Dörfern einige Frauen mit tadelloser Kleidung und großen bedeckten Körben zugestiegen waren, die schnell sprachen und ein Wort sagten, das ich nicht verstand.

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In der nächsten Stadt angekommen, geschah das gleiche: Eine andere Frau, die einen riesigen Korb trug, kam an Bord, aus dem ein Aroma mit Anis-Anklängen kam. Ich bat sie schnell, mir zwei Portionen von etwas, das einem Brot ähnelte, zu geben, antwortete sie mit Präzision und ich verstand den Namen, den sie sangen, das war "Chipas". Bei der Verkostung der Knusprigkeit der "Chipas" und den Genuss von Anis und den Gewürzen, merkte ich, dass ich im geheimen Garten der Traditionen von Paraguay entdeckte. Ich kam an diesem Nachmittag zum Ende meiner Reise und mit einem tiefen Seufzer verharrte ich in positiv emotional schockiertem Schweigen, während ich dem Rauschen der "Iguazu-Fälle" zuhörte und sah die Farben in der Herrlichkeit in der Natur.

 

Dankbar tief in meinem Kern für diese rätselhafte und bereichernde Reise, die Erkundung der Wunder von Paraguay und Gastfreundschaft im Herzen seiner wunderbaren Menschen.